Rund um die Unterkunft und Kita

Wer wohnt am Ohkamp?

In dem neuen Quartier werden maximal 570 geflüchtete Menschen untergebracht. Es werden zu circa 60 Prozent Personen aus Familien und rund 40 Prozent Alleinstehende einziehen. Zurzeit wohnen hier  Menschen überwiegend aus Afghanistan und Syrien aber auch aus dem Irak, Iran und Eritrea wohnen. Voraussichtlich Ende Oktober wird die Unterkunft komplett bezogen sein. Die Menschen kommen vorrangig aus Gemeinschaftsunterkünften von fördern und wohnen (f & w) im Bezirk Hamburg-Nord.

Voraussetzungen für einen Einzug in die Unterkunft mit der Perspektive Wohnen (UPW) Ohkamp sind

  • eine sichere Bleibeperspektive und
  • erste erfolgreiche Integrationsschritte – wie z. B. ein Arbeitsplatz oder ein Praktikum, freiwilliges Engagement oder die Teilnahme an Stadtteilaktivitäten, die Unterbringung der Kinder in einer Hamburger Kita o. ä.

Menschen, die – z. B. aufgrund einer Behinderung – besonders schutzbedürftig sind, werden bevorzugt aufgenommen.

Pro Bewohner stehen 15 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung.

Ziel der Bewohnerinnen und Bewohner soll es sein, eine eigene Wohnung zu finden – die Unterbringung mit der Perspektive Wohnen ist eine Zwischenlösung. f & w unterstützt zusammen mit der Fachstelle für Wohnungsnotfälle des Bezirks Hamburg-Nord die Bewohnerinnen und Bewohner bei der Wohnungssuche.

Die Flüchtlingsunterkunft wurde im üblichen Standard des Wohnungsbaus errichtet. Nicht-Geflüchtete können jedoch erst in die Wohnungen einziehen, wenn einige Voraussetzungen gegeben sind. Zunächst muss z. B. der Bebauungsplan Fuhlsbüttel 23/Langenhorn 83 eine ausreichende Planungsreife erlangt haben, damit dort planungsrechtlich eine normale Wohnnutzung möglich ist.

Vereinbart ist, dass die Wohnungen maximal 15 Jahre mit geflüchteten Menschen belegt werden. Ob und in welchem Umfang einzelne Bereiche bzw. Hauseingänge vor Ablauf der 15 Jahre im Rahmen einer Nutzungsänderung als normaler Wohnraum für Nicht-Geflüchtete zur Verfügung stehen werden, hängt unter anderem von der weiteren Entwicklung der Flüchtlingszahlen ab.

Langfristig werden die Wohnungen allen Hamburgerinnen und Hamburgern auf dem Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen.

Der soziale Dienstleister f & w fördern und wohnen AöR betreibt die Unterkunft und betreut die Bewohnerinnen und Bewohner. f & w stellt eine Vollzeitkraft je 80 Bewohnerinnen und Bewohner für das Unterkunfts- und Sozialmanagement sowie eine Vollzeitkraft je 160 Bewohnerinnen und Bewohner für den Technischen Dienst. Bei der maximalen Belegung mit 570 Bewohnerinnen und Bewohnern wären das sieben Beschäftige im Unterkunfts- und Sozialmanagement sowie 3,5 Stellen im Technischen Dienst.

Die neuen Kitas in der Flughafenstraße 74 und im Wördenmoorweg 2 werden vom DRK KiJu (Deutsches Rotes Kreuz Hamburg zur Förderung der Kinder- und Jugendhilfe) betrieben. Die Leitung beider Einrichtungen übernehmen Klaus Lohmann (Leitung) und Julia Bösherz (Stellvertretung), so dass beide Kitas quasi „unter einem Dach“ geführt werden.

Kita Flughafenstraße 74

Die Kindertagesstätte wurde im Zuge des Neubaus der UPW Flughafenstraße 64 – 84 (Ohkamp) mit errichtet. Sie verfügt über eine eigene Freifläche direkt am Haus. Dort werden insgesamt 75 Kinder in jeweils zwei Krippen- und Elementargruppen betreut. Starttermin ist der 1. Oktober 2018. Die Kita beginnt zunächst mit wenigen Kindern. Es wird voraussichtlich rund ein Jahr brauchen, um die Vollbelegung von 75 Kindern zu erreichen. Die Kita ist offen für Kinder aus dem Stadtteil und der Unterkunft!

Kita Wördenmoorweg 2

In der neuen Kita Wördenmoorweg 2 werden zukünftig insgesamt 50 Kinder (eine Krippengruppe, eine Elementargruppe, eine Familiengruppe) betreut. Starttermin wird voraussichtlich der 1. Dezember 2018 sein. Auch hier wird es rund ein Jahr (ab Start) dauern, um die Vollbelegung von 50 Kindern zu erreichen.

Anmeldungen in den Einrichtungen können per E-Mail an erfolgen.

Die Schwerpunkte beider Kitas

Integration wird möglich, wenn Sprache und Bildung einen hohen Stellenwert haben. Die Arbeit der Kitas wird im wesentlichen durch zwei Schwerpunkte bestimmt:

  • die Umsetzung der Hamburger Bildungsempfehlungen und
  • das Sprachkonzept „KonLab“ („Konstanzer Labor“) nach dem Schweizer Wissenschaftler Dr. Zvi Penner.

Themen des KonLab Sprachkonzeptes sind „Sprachrhythmus und Wortbildung“, „Grammatik des Artikels“, „Satzbau und Frageverständnis“. Da unsere Sprache aus Sätzen besteht, ist es eine der ersten Lernaufgaben des Kindes zu erkennen, wann ein Wort beginnt und wann es aufhört. Nur so ist das Kind in der Lage, sich einen Wortschatz aufzubauen. Sprachunauffällige Kinder machen genau das! Denn ansonsten würden die Kinder ihre Sprachproduktion mit ganzen Sätzen und nicht mit einzelnen Wörtern wie „Mama“ beginnen. Die Kinder lernen spielerisch, welche Regeln der Wortbildung zugrunde liegen: Sie lernen z.B., dass der Plural von Hund = Hunde heißt und bei Kuchen eben nicht Kuchene heißen kann oder die Mehrzahl von Auto = Autos heißt, aber bei Tiger der Plural nicht Tigers heißen kann. Beim Artikel lernen die Kinder die Unterschiede von zählbaren und unzählbaren Massennomen – warum z.B. der Singular von „Mehl“ nicht „ein Mehl“ ist, wohl aber bei „Ball“ „ein Ball“ heißen muss.

Mittelfristig ist beabsichtigt ab dem zweiten Kita-Jahr (ab September 2019) eine eigene Vorschulgruppe aufzubauen, in die die Kinder aufgenommen werden, die bis Oktober des jeweiligen Jahres 5 Jahre alt sind bzw. werden. Eine Kooperation mit der nahe gelegenen Grundschule wird angestrebt.

Das pädagogische Personal wird Halbjahrespläne erstellen, damit die Eltern darüber informiert sind, welche Themen gerade in den Kitas angegangen werden. Die MitarbeiterInnen tragen alle zu den Themen bei, die in einzelnen Zeitblöcken behandelt werden sollen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Kinder zu Hause nicht unbedingt viel von ihren Erlebnissen in der Kita erzählen. Die Halbjahrespläne ermöglichen mehr Transparenz und Bildungssicherheit.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist das Fit-Kid zertifizierte Essen aus einer DRK-Produktionsküche. Es ist erwiesen, dass nahrhaftes und gutes Essen nicht nur gesund ist, sondern auch dafür sorgt, dass im Tagesverlauf bei den Kindern weniger Aggressionen entstehen.

Nehmen Sie gerne Kontakt () auf, wenn Sie weitere Fragen haben oder sich die Kitas einmal ansehen möchten.

Stand: 14.  September 2018